Folge 20: Vladimir Nabokov – Lolita

Nach zahllos gescheiterten Versuchen die »Lolita« als Lesetitel für die KuKuLiZe festzulegen, konnte sich Are für diese Runde der Werksauswahl doch noch durchsetzten und sollte damit ein feines Näschen bewiesen haben. Die vorherige Ablehnung des Titels überrascht, sind doch weitere Kreise dieser Riege geradezu prädestiniert für eine rasante Geschichte durch eine Welt voller Nymphchen.

Zur Finalisierung des Titels findet man sich in Jonnah’s White Room ein, wo bei bester Laune Linsensuppe und Pineapple Gin (Pin) genossen wird. Die Veranda der Ramsdale Ranch scheint zum Greifen nah. Lispeta reist extra außer dem fernen Freiburg an, enttäuscht jedoch beim versprochenen Outfit. Der Gastgeber überrascht durch eine vortreffliche Zusammenstellung an internationalen Frontbildern des Titels und legt damit, ohne es zu ahnen, den Grundstein für sämtliche folgenden Geburtstagsgeschenke an ihn. Hintergrundwissen zum Werk (wie regionale Deflorationsbestimmungen) ist bereits weit verbreitet, kann jedoch durch den unendlichen Fundus von Dieter E. Zimmer wo nötig noch erweitert werden.

Die Einordnung des Werks ist recht einstimmig: Humbert ist ganz schön pädo, aber das junge Ding hat es auch faustdick hinter den Ohren. Tiefere Blicke finden Belege für ein kunstvolles Palimpsest sowie die beeindruckende Qualität der Sprache des Autors, der sich trotz seiner russischen Herkunft bewusst für die Verfassung des Romans auf Englisch entschied und zudem, mitunter direkt aber auch lediglich im Klang versteckt, zahlreiche weitere Sprachen beeindrucked einbindet. In der Literatur finden sich zudem unzählige Beispiele ähnlicher Themenkonstellationen (und mitunter sogar derart gelagerter Neigungen ihrer Autoren, wie bei Dante, Poe oder Carrol), so dass das Abtun von »Lolita« als reines Pädophilenwerk zu kurz greift. Es ist ein großer Reiseroman durch die USA der 40er und 50er Jahre, eine rührende Liebesgeschichte sowie ein Einblick in die Gedanken eines psychisch mehr als angeschlagenen Mannes. Unterstellungen der Darstellung einer Verherrlichung der körperlichen Annäherung an Minderjährige erscheinen zudem absurd, da die Geschichte wenig überraschend auf die finale Katastrophe zusteuert.

»Lolita« findet das Gefallen der KuKuLize. Man ist beeindruckt von der Sprache (auch in der deutschen Übersetzung), diskutiert ob es nun besser Nymphchen oder Nymphette heißen mag und findet viel Gefallen an der Bildung von gewitzten Anagrammen des eigenen Namens. Dazu läuft Alizée auf Dauerschleife. Final einigt man sich zudem rasch auf den kommenden Titel: »Barney’s Version«.

KuKuLiZe #20: Vladimir Nabokov – Lolita:

  • Jakob (Jonnah Markobf) (ausrichtender Gastgeber)
  • Steffi (Lispeta Hinehug)
  • Sascha (Are Esakis-Fisch)
  • Consti (Stanlic Neuntschoner)
  • Jessi (Jesici Lee Arsch)
  • Alex (Guhlia Xel)

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